„Die dramatische Entwicklung im Gängle des Schreckens“

Wenn ich bei mir mit Hund spazieren gehe, gibt es einen schmalen Gang zum Wald, das ich gern auch „das Gängle des Schreckens“ nenne. Es ist erstaunlich, dass gefühlt die Hälfte aller Hunde ihren Stinker schon ins Gängle setzen, bevor nach 50m der große Wald ganz viele Gebüsche bereithält, wo die Häufchen viel besser platziert wären.

In der ersten Corona Lockdown-Zeit, als noch mehr Menschen mit Hund in unseren Wald kamen, wurde es immer schlimmer und ich konnte fast keinen Schritt mehr tun, ohne irgendwo hineinzutreten!

Ganz ehrlich, ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich als Kind oder Jugendliche mal ein Hundehäufchen unserer Hunde aufgesammelt hätte. Die meisten Hunde suchen ohnehin das Gebüsch auf und es gab vor 20 Jahren auch einfach deutlich weniger Hunde.

Doch warum erzähle ich dir das alles?
Weil einfach klar ist, dass sich in den letzten 20 Jahren viel in unserer Hundewelt verändert hat und es gibt jetzt einfach dramatisch mehr Hunde. Folglich gibt es auch dramatisch mehr Hundehäufchen, die dramatisch mehr Ärger verursachen können.

Darum ist die Giftköderprävention für den Hund dramatisch wichtig geworden!!

Allesfresser Onlinekurs

„So lernt dein Hund wie er beim Entdecken von Unrat reagieren soll“

Doch was kannst du konkret tun, damit dein Hund aufhört alles Mögliche vom Boden aufzunehmen?

Beginne einfach damit dein Management so zu gestalten, dass dein Hund möglichst nichts aufnehmen kann. Klingt simpel, ist jedoch im Alltag manchmal schwer umzusetzen. Natürlich weißt du nicht, wo genau das Stück Breze des Kleinkinds hingefallen ist, du kannst dir nie sicher sein, ob da doch urplötzlich ein Köder liegt, doch die Wahrscheinlichkeit, ob da etwas liegt, die kannst du sehr wohl abschätzen!

Wenn du mit deinem Hund durch die Stadt gehst, an den Bratwurstbuden vorbeiläufst oder in einem Restaurant bist, dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass dein Hund etwas finden wird.
Wenn du deinen Hund beim Stadtbummel an der Leine neben dir hergehen lässt und dich dabei vielleicht sogar noch mit einer Freundin unterhältst, merkt dein Hund sofort, das du unaufmerksam bist und nicht mitbekommst, dass er gerade den Boden abscannt. So wird er sicher Erfolg haben, wenn er mal schnell zur Seite zieht und das Stück Bratwurst aufsaugt.

Ich habe es auch noch nie erlebt, dass ein Hund unterm Restaurant-Tisch leer ausgeht. Selbst wenn da nur eine zerdrückte Pommes klebt oder auch nur etwas Limo ausgeschüttet ist, wird dein Allesfresser es „mitnehmen“.

Wenn du zu 100 Prozent sicher gehen willst, dass dein Hund nichts aufnimmt, dann brauchst du nur bis zu diesem Abschnitt zu lesen, denn das einzige Mittel, dass deinen Hund effektiv davon abhalten kann, alles aufzuklauben, ist der Maulkorb!

Das heißt jedoch nicht, dass du dich jetzt zurücklehnen kannst, denn den Maulkorb richtig (das ist in meiner Hundewelt) mit positiver Verstärkung zu trainieren, bedarf auch schon einiger Übung und vielen, vielen Wiederholungen, damit dein Hund den Maulkorb gerne anzieht und auch mal für eine Weile toleriert.

So kann das Training dann aussehen:

 

„Entdecke nun Schritt-für-Schritt die Übungen gegen Allesfresseritis“

Da ich auch immer wieder mit “Allesfresser-Hunden” gesegnet bin, die als Blindenführhund einen guten Job machen sollen, muss ich mich mit dem Thema zwangsläufig intensiv beschäftigen.

Aus diesem Training ist auch mein „Onlinekurs Allesfresser“ entstanden. Hier sind fünf wichtige Übungen, die du mit deinem Hund machen kannst, damit das „Allesfressen“ stark reduziert und besser kontrollierbar wird!

Also starten wir los 🤩

  1. Die 10 Leckerchen Übung (mit dem Markersignal)

Bei der 10 Leckerchen Übung lernt der Hund sich besser zurückzunehmen. – Ist immer hilfreich, gerade beim Thema Unrat auflesen. Es geht darum, das dein Hund auch etwas Frust aushalten lernt, wenn er etwas nicht bekommen kann.

Du zählst bei dieser Übung einfach nacheinander 10 Leckerchen aus deinem Futterbeutel in deine Hand und solange dein Hund ruhig ist, ist alles gut und er bekommt im Anschluss ein Futterstück nach dem anderen in Verbindung mit deinem Markerwort.

Also erst das Futter in die Hand zählen 1-2-3-4-5-6-7-8-9-10 und danach, insofern dein Hund ruhig gewartet hat,
„Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter, „Click“-Futter

Ist dein Hund jedoch unruhig, bellt oder springt an dir hoch während du zählst, dann sagst du „schade“ und alle Futterstückchen in deiner Hand wandern in den Futterbeutel zurück. So lernt dein Hund auch das Wort „schade“ mit Misserfolg zu verknüpfen.

Bitte baue in diesem Fall die Übung nochmal so auf, das dein Hund möglichst Erfolg hat und du das Wort schade nur wenige Male verwenden musst. Also dann zählst du statt bis zehn, eben nur bis fünf oder drei.
Dann schafft es auch dein Hibbelhund. 😉

 

  1. Aufnahme verhindern – ohne Signal

Die zweite Aufgabe ist schon fast eine Königsdisziplin, denn du benötigst dazu im Grunde nichts weiter als ein gutes Timing mit deinem Markersignal.

Aufbau: Du legst etwas Interessantes (nicht zuuuuu Interessantes) auf den Boden und lässt deinen Hund in die Nähe kommen, jedoch hältst du ihn kurz genug, dass er nicht ans Futter kommt. In dem Moment, wo die Leine nicht mehr spannt oder wo dein Hund zur Seite oder zu dir oder zu einem Schmetterling schaut „CLICK“ und Futter.
Diesen Vorgang ein paar Mal wiederholen, bis dein Hund ziemlich flott verstanden hat, dass das Wegschauen.

 

  1. Aufnahme verhindern – Weitergehen an Fressbarem

Wenn dein Hund lernt, dass er eine Belohnung bekommt, wenn er an Fressbarem vorübergeht, dann ist das ein gutes Ziel, was sich zu erreichen lohnt.

Du stellst dazu wieder etwas Fressbares (am Anfang mit Deckel) auf einen Weg und auch hier kannst du das Abwenden davon schon markern. Wenn dein Hund es jetzt schafft auch dabei mit dir vorbeizugehen, hast du schon die halbe Miete. 😊

Wenn das ein paar Mal klappt, dann gib das Signal „Weiter“ hinzu, sodass dein Hund die Aufforderung zum „Daran-Vorbeigehen“ auch mit dem Verhalten entsprechend verknüpft.

 

  1. Das Signal „Nix da“ oder „Lass es“

Etwas nicht anzunehmen, obwohl es vor die Nase gehalten wird, bedarf einer sehr guten Impulskontrolle. Das heißt, dein Hund muss wirklich viel Energie aufwenden, damit er da nicht rangeht und es frisst. Darum lohnt es sich also auch zu üben, wenn du z.B. Verwandte hast, die deinen Hund ständig füttern wollen…
– Deinen Hund kannst du ja erziehen, deine Verwandten leider nicht. 😉

Viele Hundetrainer lassen deinen Hund bei dieser Übung voll „in die Falle“ rennen und strafen dann ab, wenn dein Hund (verbotener Weise) hingeht.

Das mache ich nicht!

Denn wenn mir jemand eine Schachtel „Ohne Gleichen“ vor die Nase hält, würde ich auch hinlangen und wenn mir dann jemand eine scheuert, muss ich mich wirklich fragen, wer von uns jetzt plemplem ist!!

Ich zeige meinem Hund einfach das Futter und wenn er hingeht, sage ich mein Signal z.B. „Lass es“ und schließe meine Hand. Wenn er sich dann zurücknimmt, bekommt er eine Belohnung. Wiederhole das ein paar Mal.

Dein Hund ist schlau!

Er wird dir irgendwann irgendein Verhalten anbieten, das sich schon oft gelohnt hat, z.B. Sitz, Platz oder Pfötchen.

Du kannst ihn dann dafür belohnen und Voilà hast du schon ein Alternativ- bzw. Anzeigeverhalten mit deinem Hund trainiert.

Ist das nicht cool? (Ja, das ist saucool! 😉)

 

  1. Weglocken durch Fremde verhindern

Wer kennt das nicht. Da gehst du mit deinem Hund die Straße runter und die bekannten Menschen unterwegs freuen sich und wollen uuuuunbedingt deinen Hund streicheln.

Stell dir vor dich spricht jemand auf der Straße an, dann beginnst du einfach unbemerkt deinen Hund nach und nach ein Leckerchen zuzustecken, solange er auf deiner Höhe bleibt.

Du kannst dabei auch kurz einen Smalltalk halten, nur wenn die Guddis leer werden, solltest du weitergehen, damit dein Hund das gewünschte Verhalten richtig abspeichert.

Wenn dein Hund doch hingehen darf oder die Person schon viel zu nah gekommen ist, um zu üben, dann gib doch schnell deine Freigabe „Lauf“ o.ä. damit dein Hund es richtig machen kann. Ein bisschen Tricksen muss eben manchmal sein. 😉

Ach ja, die lieben Verwandten müssen nun leider noch einmal herhalten. Wenn die Tante also das nächste Mal wieder „Huddiduddiduddi“ mit deinem Hund machen muss, dann macht das zukünftig sogar Spaß, denn du kannst jedesmal prima üben. Halte deinen Hund kurz bei dir zum Füttern und dann gib die Freigabe.😊

Auch ein Weglocken von Fremden Personen kannst du so üben. Du benötigst eben immer andere Personen, die das mit dir und deinem Hund auf geeignete Distanz üben, damit du die Übung mit Erfolg beenden kannst.

So, nun weißt du genau, was ich mit meinen Hunden trainiere, damit sie weniger oder im besten Fall gar nichts mehr aufnehmen. Und nun bist du dran!

Wie du die Übungen im Einzelnen umsetzen kannst, sodass sie auch schnell zum Erfolg führen, erfährst du Schritt für Schritt in meinem „Onlinekurs Allesfresser“.

Dort bekommst du für alle oben beschriebenen Übungen Videos gezeigt und erhältst praktische Boni-Anleitungen für die richtige Wahl von Belohnungen und Ablenkungen, sodass das Training effektiv ist.

Da ich als Basis fürs Training immer mit einem Markerwort das Timing verbessere, ist das vorherige Konditionieren eines Markerwortes oder Clickers sinnvoll.

Wenn du dich entschließt meinen „Allesfresser-Onlinekurs“ zu buchen, dann erhältst du darin automatisch noch einen Rabattcode in Höhe von 10€ für den „Click dich glücklich“-Onlinekurs, damit du richtig gesattelt bist für die Übungen!

P.S. Weißt du was, ich habe für unser „Gängle des Schreckens“ jetzt sogar ein kleines Schreiben mit Unterschriftenliste der Anwohner an die Stadt Zirndorf gesendet, mit der Bitte in unserem Gängle einen Hundekotspender mit Mülleimer anzubringen, damit es dann hoffentlich weniger Häufchen sind, in die wir alle hineintappen können.

Vielleicht lohnt es sich auch in deiner Stadt nachzufragen, ob ein extra Mülleimer auf deinem Lieblingsweg angebracht wird, so können wir alle für dramatisch weniger Ärger und dramatisch weniger Giftköder sorgen. – Hoffentlich.

Alles Gute für dich und deinen Hund und natürlich viel Freude beim Ausprobieren, wünscht dir Eva von „Kluge Hunde“