Es ist schon richtig, dass dein Hund als Welpe gut sozialisiert werden muss. Er soll auf jeden Fall bis zur 16.Woche alles kennengelernt haben, was für sein Hundeleben wichtig ist. Ob das dann der regelmäßige Stadtspaziergang ist oder eher nur Wanderungen auf dem Land musst du daran anpassen, wie du dein Leben gestaltest.
Lass deinen Hund an deinem Leben teilhaben. Autofahren, Bus fahren, im Café ruhig neben dir liegen, geh’ mit ihm zum Bahnhof und führe ihn behutsam an die Reize heran. Er sollte auch gute Begegnungen mit Menschen (vom Kleinkind über Jugendliche, Erwachsene, Behinderte und alte Menschen) machen. Dein Hund soll die Gelegenheit zum Spielen mit anderen Hundewelpen haben und überhaupt sein Sozialverhalten mit Artgenossen ausprobieren können,

Doch aufgepasst!

Das heißt noch lange nicht, dass
• dein Welpe total überfordert und von Umweltreizen überladen nach Hause kommt
• dein Welpe dauerbespaßt wird und 12 Stunden am Tag Action erlebt
• dein Welpe immer an deinen Fersen kleben muss
• dein Welpe zu jedem Hund und jedem Menschen „Hallo“ sagen darf

 

STATTDESSEN

• Plane zwar regelmäßig deinen Hund an neue Umweltreize heranzuführen, dabei lieber ein kleines gut bewältigtes Erlebnis, als mehrere, die deinen Hund stressen.

Du solltest der Mittelpunkt der Welt für deinen Hund sein. Mach dich so interessant, dass dein Hund immer lieber mit dir noch eine Runde spielt, als sich etwas anderes zu überlegen. (Zu anderen Hunden hinlassen ist immer einfacher, als ihn von ihnen abzurufen!)

• Übe mit deinem Welpen den Rückruf spielerisch so oft es geht. Du benötigst 1000! Wiederholungen, damit das Signal richtig sitzt.

• Übe mit deinem Welpen, dass er sich gern von dir anfassen, festhalten und hochnehmen lässt.

• Übe mit deinem Hund Ruhe und Entspannung! Er soll sich später allein beruhigen können. Oft drehen junge Hund nach dem Spaziergang erstmal auf. Das bedeutet nicht, dass dein Hund extra Spaß benötigt, sondern RUHE! Als Faustregel gilt: Dein ausgewachsener Hund hat etwa 5 aktive Stunden am Tag, den Rest der Zeit verbringt er mit Ruhen und Schlafen!

• Wenn dein Hund sich selbst beruhigen kann, tust du dich auch leichter ihm das Alleine Bleiben beizubringen, was im ersten Lebensjahr auch noch sehr wichtig ist. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll auch eine Box als Ruheort zu etablieren.

• Dein Hund sollte lernen, dass nicht auf jede Kontaktaufnahme irgendeine wilde Aktion folgt. Aufmerksamkeit heischendes Verhalten, wie ständiges Stupsen an Arm bitte in keinster Weise kommentieren, sondern vom Hund abwenden. Er sollte lernen auszuhalten, wenn es dauert, bis du die Schuhe angezogen hast.  Beeile dich also nicht, denn dein Hund muss unbedingt lernen zu warten! Diese kleinen Frustmomente muss dein Hund aushalten lernen, sonst hast du auf lange Sicht keine Freude, sondern Stress!

Fazit: Sitz, Platz, Fuß sind zwar schöne Signale, die dein Hund mal lernen sollte, viel wichtiger als diese sind allerdings die Grundfähigkeiten “Sich zur Ruhe legen”, “Sich Zurücknehmen können” und das Signal zum Rückruf. Wenn du allein diese Punkte für dich und deinen Hund erfolgreich abhaken kannst, hast du die halbe Miete für ein schönes Zusammenleben.

Ein kleiner Hunde-Test für dich daheim

Frustrationstoleranz und Impulskontrolle hängen eng miteinander zusammen. Als Test binde deinen Hund doch einfach mal an den Gartenzaun und entferne dich ein Stück. Was macht dein Hund? Fängt er direkt das Zerren und Bellen an? Oder kann er dort ruhig und gelassen warten? Letzteres trifft zu? Dann hast du etwas sehr Wichtiges schon geschafft! 😊

>> Noch mehr wichtige Übungen für deinen Welpen, sowie eine Checkliste für die Sozialisierung findest du hier.